Hütten-Knigge
Januar 5th, 2011Spricht man über Berghütten in den Schweizer Alpen, so sind die damit verbundenen Erwartungen und Erfahrungen so unterschiedlich wie die Zielgruppen, welche diese Unterkünfte benützen. Ursprünglich einmal erbaut im Zuge der Entstehung des Schweizer Alpenclubs (SAC), sind Berghütten heute nicht nur Basislager für alpinistische Unternehmungen, sondern erfüllen v.a. auch die Bedürfnisse von Touristen, Wanderern, Familien, Tagesausflügler, Mountain Bikern etc.
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Klar, dass dieser “Hütten-Multikulti” eine ausserordentliche Herausforderung für das Hüttenpersonal, wie auch für jeden einzelnen Besucher darstellen kann. Gewisse Regeln sind also unvermeidlich, um allen ein schönes Hüttenerlebnis zu ermöglichen. Dieser “Hütten-Knigge” soll dazu beitragen:
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Vor dem Hüttenbesuch
- Im Sommer wie im Winter sind viele Hütten v.a. bei guten Wetterprognosen sehr gut belegt. Es empfiehlt sich daher frühzeitig, aber mind. 24 Std. vor Ankunft beim Hüttenwart telefonisch entsprechende Schlafplätze/Halbpension (für Vegetarier: unbedingt erwähnen) zu reservieren. Sollte der Fall eintreten, dass man die Tour absagen oder ändern muss, sollte die Reservation immer beim Hüttenwart umgehend annulliert werden.
- Rufen Sie wenn möglich nicht zwischen 17:30 - 20:00 in der Hütte an, denn dann ist das Hüttenpersonal mit dem Kochen bzw. der Ausgabe des Abendessens beschäftigt.
- Ist kein Hüttenwart zu der geplanten Zeit anwesend, so sollte man trotzdem den Verantwortlichen anrufen und sich anmelden. Damit kann vermieden werden, dass es zu einer Überbelegung kommt, was für alle Betroffenen sonst sehr mühsam wird. So kann auch geklärt werden, ob es noch genug Holz, evtl. Gas, Wasser und Decken/Matratzen hat.
- Empfohlene Utensilien für einen angenehmen Aufenthalt in der Hütte - am besten gleich in einem separaten Beutel:
- Gehörschutzpfropfen (für ruhigen Schlaf, auch bei Geschnarche)
- Hüttenschlafsack (manchmal sogar obligatorisch - aus hyg. Gründen, da viele Hütten entweder kratzige Militärdecken verwenden oder Duvets nur einige Male pro Jahr gewaschen werden können)
- Stirnlampe (für nächtliche Toilettenbesuche oder Frühaufsteher)
- Waschtüchlein (zur Körperhygiene)
- Kleines Deodorant (zur geruchlichen Unterstützung der Körperhygiene)
- Kleinkinder gehören nicht in eine Hütte.
- Hunde sind normalerweise in einer Hütte nicht erlaubt und müssen draussen schlafen.
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Ankunft
- Allerspätestens zum Abendessen sollte man in der Hütte sein, besser etwas früher - Uhrzeit für das Abendessen bei der Reservation gleich anfragen (meist 18:30), am besten auch den Zeitbedarf für die geplante Anmarsch-Route angeben.
- Mit Berg-/Skischuhen wird normalerweise nur der Schuhraum/ Eingangsbereich (allenfalls noch angrenzendes WC oder den Skiraum) betreten, wo man diese auszieht und gegen die dort bereitgestellten Hüttenschuhe auswechselt. So wird kein Dreck in die Hütte verschleppt.
- Pickel und Seil bleiben üblicherweise im Schuhraum und werden nie in die Schlafräume genommen. Damit beschädigt man nicht die Holztäferung und verletzt auch keine anderen Besucher in den meist engen Gängen/ Räumen.
- Am besten lässt man sich vor dem Abendessen die zugewiesenen Schlafplätze vom Hüttenpersonal zeigen. Benötigte Utensilien/Rucksack gleich mitnehmen und den Schlafplatz fertig einrichten, dass man zur Bettzeit nur noch ins Bett kriechen kann. Da die ersten Hüttenbesucher häufig schon vor der offiziellen Nachruhe schlafen gehen, stört man diese so nur noch minimal.
- Am besten im Laufe des Abends bei günstiger Gelegenheit alle Gruppenteilnehmer ins Hüttenbuch eintragen.
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Abendessen
- Grundsätzlich ist es möglich, auch bei anwesendem Hüttenwart ohne Abendessen zu buchen und sich das Essen selber zuzubereiten. Die genaue Organisation kann beim Hüttenwart erfragt werden. Es ist aber heutzutage eher selten geworden.
- Fürs Abendessen werden die Tische üblicherweise vom Hüttenpersonal mit Namen angeschrieben. Jeder hat also einen zugewiesenen Platz. In gewissen Hütten muss in mehreren Schichten gegessen werden, also vorher beim Hüttenwart nachfragen, in welcher Schicht man isst.
- Meistens wird das Essen in Schalen/ Gefässen für den gesamten Tisch serviert, wo jeder selbst schöpfen muss. Obwohl meistens genug Essen da ist, sollte nicht gleich der Erste die Schlüssel für sich alleine leermachen. In guten Hütten kann man meist einen Nachschlag kriegen.
- Meist gibt es 4 Gänge (Suppe/ Brot, Salat, Hauptspeise und Dessert).
- Das Besteck sowie das Geschirr wird normalerweise für alle Gänge wiederverwendet, damit danach nicht zuviel abgewaschen werden muss.
- Idealerweise begleicht man die Hüttenrechnung noch am gleichen Abend. Entweder bildet sich mit der Zeit eine Schlange am Buffet oder aber der Hüttenwart macht die Runde von Tisch zu Tisch. Dabei kann man auch gleich absprechen, wann man Frühstück haben will. Möchte man noch Informationen für die folgende Tour haben, so wäre dies der ideale Moment.
- Ein letzter Besuch am stillen Örtchen sei kurz vor dem verdienten Schlaf jedem empfohlen. Manche Toiletten sind ausserhalb des Hauptgebäudes und v.a. im Winter möchte man den Weg in Unterhosen durch die eisige Nacht möglichst vermeiden…
- Für Frühaufsteher: Am besten schon am Vorabend den Rucksack soweit möglich vorbereiten, sodass am frühen Morgen nur noch alles bei Stirnlampenlicht wiedergefunden werden muss und man das Zimmer rasch und leise verlassen kann.
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Abreisetag
- Sobald man wach ist: Wecker abstellen! Anziehen und das Bett machen, Material einpacken und raus aus dem Schlafraum.
- Beim Frühstück sind die Unterschiede riesig. Von Gummibrot bis Butterzopf gibt es alles, je nach Hütte. Was aber immer hilft, ist gute Laune
- Geschafft, nun kann’s wieder auf die nächste Tour los gehen!!!
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